Bunt-Papier 2004

didaktische Handreichung "Mitten unter uns"

Nun sind sie fertig,
- die didaktische Handreichung „Mitten unter uns“, d.s. Arbeits- und Informationsmaterialien für LehrerInnen und SchülerInnen zu den Themen Identität, Flucht und Migration, rechtliche und soziale Situation von MigrantInnen und kulturelle Vielfalt (also Ordner)
- das gleichnamige Video mit Kurztrickfilm zu Toleranz und sechs 10minütigen Interviewcollagen mit eingeborenen und immigrierten Rostockern zum interkulturellen Zusammenleben (auf CD-Rom) und
- die Schablonen inkl. didaktischer Leitfäden zur künstlerischen Gestaltung von öffentlichen Räumen durch Pflastermalaktionen (ein Set Holz- und Kreativschaumschablonen und auf CD-Rom)!
Im Mai fanden statt die Premiere der didaktischen Handreichung in der Volkshochschule, bei der Annette Knauf Auszüge, Aufbau und Verwendung des Ordners vorstellte, und die Premiere des Videos in der Borwinschule, bei der Projektleiter Beau Griffith mit zahlreichen Mitwirkenden den Trickfilm, die Interviewcollagen und die Verwendung der Schablonen vorführte.
Zeitgleich konnten Schulklassen die neuen Projektangebote der kunstschule rostock e.V. zum Abbau von Konfliktpotenzialen kennen lernen.

Die Bürgerinitiative dankt allen Mitwirkenden, allen voran den ProjektleiterInnen Arne Schneider, Beau Griffith und der Rostocker Technischen Kunstschule, Simone Briese und der kunstschule rostock e.V., dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung M-V, der Landeszentrale für politische Bildung M-V, dem Ausländerbeirat, dem Ausländerbeauftragten und dem Schulamt der Hansestadt Rostock, Prof. Dr. Wolfgang Nieke und Dr. Gudrun Heinrich der Universität Rostock, der Volkshochschule, Borwinschule und einer großen Zahl ehrenamtlich engagierter Mitwirkender für ihre Unterstützung.

Die neuen Lernmaterialien haben einen starken Regionalbezug und bereiten auf den Besuch der Ausstellung „Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen – 10 Jahre danach“ vor. Für den Druck der zeitgleich fertiggestellten Begleitbroschüre „Trauma einer Stadt“ müssen allerdings noch Sponsoren gefunden werden.

Bereits eine Reihe interessierter Schulen und Einrichtungen in M-V haben die kostenfreien Unterrichts- materialien angefordert. Annette Knauf als freie Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bil-   dung M-V bietet zusätzlich in die-sem Jahr schulinterne Lehrerfort-bildungen an und organisiert die Ausleihe der Wanderausstellung. In Kürze können zudem auch die großen Schablonen als Set für Pflastermal-Aktionen ausgeliehen werden.

Mit diesem Rundum-Angebot für Kinder und Jugendliche will die Bürgerinitiative langfristig und nachhaltig für mehr Offenheit und Akzeptanz unter den Mitbürger-Innen werben und Gewaltpotenziale reduzieren. LehrerInnen wird es erleichtert, den Rahmenplan zur interkulturellen Erziehung selbstständig umzusetzen. Informieren Sie bitte Ihre Bekannten über diese umfassenden Angebote und helfen Sie uns damit, sie bekannt zu machen! Weitere Ergänzungen wie etwa eine CD-Rom zu „Weltmusik, mit Fokus auf Russland, Rumänien und Vietnam“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock sind in Planung.

„Das ist der allerschönste Schmet-terling“, meinte ein vierjähriger Junge kürzlich ganz versonnen, als er den Bsb-Schmetterling anschau-te. Hat er da nicht wirklich recht? Wir erweckten den Schmetterling zusammen mit fetzigen Comic-Figuren und Slogans zu Leben, als wir am 8. Mai und 12. Juni Pflas-termalaktionen gegen rechtsradi-kale Aufmärsche durchführten. Das hat Jung und Alt Spaß ge-macht und sah dann auch – zumin-dest bis zum nächsten Regen – richtig gut aus! Offensichtlich sahen sich die Rechtsradikalen davon gestört und versuchten, die Malereien mit Füßen zu verwi-schen. Keine Chance! Am 8. Mai boten zudem Fahnen und Banner an der Kunsthalle der kleinen Gruppe Demonstranten die kalte Stirn, und am 12. Juni zeigten über 200 Menschen auf 21 Plakaten den Kameradschaften die kalte Schulter und bliesen ihnen den Marsch.

Die Resonanz auf diese letzte Aktion übertraf alle Erwartungen. Kreativ und originell posierten da die verschiedensten Gruppen von Universität und Volkstheater über alle Fraktionen der Bürgerschaft und Senat der Hansestadt Rostock bis hin zu Parteien, DGB, Vereinen und nicht zuletzt die „Timskis“ vor der Kamera und zeigten gegenüber den Rechtsradikalen Gesicht. Eine tolle Aktion zur Förderung von Zivilcourage, ließen uns viele wissen! Bunt statt braun ist der Universität, insbesondere dem audiovisuellen Medienzentrum und dem Rechenzentrum, für die geleistete Unterstützung sehr dankbar. Nun suchen wir nach Räumlichkeiten, um die Plakate auch ohne Anlass für die breite Öffentlichkeit auszustellen. Dann könnten auch weitere Gruppen an der Plakataktion „Wir zeigen den Rechtsradikalen die kalte Schulter“ teilnehmen. Und um wieder auf die Schulprojekte zurückzukommen: Auch Schulklassen sind herzlich eingeladen, sich an der Plakataktion zu beteiligen.

Was in den kommenden Wochen ansteht, erfahren Sie im nächsten Bunt-Papier.