Chronologie der Bürgerinitiative

Nähere Informationen über Aktivitäten gegen Rechtsextremismus in Rostock vor der Gründung des Vereins im August 2000 finden Sie unter Vorgeschichte der Bürgerinitiative.


» 2002

August

Um günstigere Rahmenbedingungen für ein kontinuierliches Zusammenwirken gegen Rechtsextremismus zu schaffen, gründen am 24. August einige der seit 1998 Aktiven den überparteilichen, nicht-staatlichen und bürgernahen Verein Bunt statt braun e.V. mit Sitz am Schillerplatz 10 in Rostock.
Die 1. ordentliche Mitgliederversammlung findet statt.

Unter dem Zeichen des bunten Schmetterlings setzt sich die Bürgerinitiative Bunt statt braun neben vielen anderen engagierten Organisationen, Institutionen und Menschen in der Hansestadt Rostock für eine friedliche, weltoffene und demokratische Gesellschaft - gegen Rassismus und Gewalt – ein.


2001

März

Zusammen mit dem Verein für Demokratie und Toleranz e.V. organisiert Bunt statt braun die dreitägige, vom 23. bis 25. März dauernde Gründungskonferenz eines Landesnetzwerkes gegen Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern.
Rund 80 Organisationen, Behörden und Aktionsbündnisse beteiligen sich an dieser Konferenz mit dem Ziel , Synergien gezielt durch Aufbau von Kompetenz-Pools zu schaffen.

Juli

Das neue Büro in der Lange Str. 9 kann bezogen werden.

Bunt statt braun startet am 16.07. die Aktion SOS-Eingang. Mit dem SOS-Aufkleber an Geschäfts- und Ladentüren signalisieren die Teilnehmer der Aktion, Menschen in Notsituationen direkte Hilfe anzubieten.
In der nordostdeutschen Region um Rostock bekennen sich bislang etwa 120 Unternehmen und Einrichtungen zu dieser Initiative, darunter die Häuser, die der Stadtverwaltung und der WIRO gehören, alle Kinos, Strassenbahnen und Busse, die Kirchen, sowie Einzelhändler, Cafés u.a. Weitere Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen.

Mit einer bunten Demonstration unter dem Motto „Rote Karte für die NPD“ bekennt Rostock am 28.07. einmal mehr Flagge gegen Rechtsextremismus.
Rund 1000 Rostockerinnen und Rostocker folgen dem Aufruf der Bürgerinitiative und senden eine Postkarte mit der Aufforderung, die NPD zu verbieten, an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.


September

Am 22.09. begehen in Tradition der Rostocker Friedensfeste zahlreiche Menschen unter dem Motto „Gemeinsam für das Leben“ einen Friedenstag, der im Zeichen des solidarischen und friedlichen Miteinanders und in Gedenken der Opfer der rassistischen Anschläge von Lichtenhagen 1992 steht.
Nach einem „Umzug für das Leben“ zum Neuen Markt wird hier Beethovens Trauermarsch von der Norddeutschen Philharmonie Rostock in Gedenken der Opfer der Terroranschläge vom 11.September gespielt. Ein umfangreiches Kulturprogramm, das zum gemeinsamen Miteinander von Menschen aus aller Welt einlädt, folgt.
Auch Gesprächs- und Diskussionsforen, sowie ein Friedensgebet in der Marienkirche sind Teil des Programms.

Dezember

Die 2. ordentliche Mitgliederversammlung findet am 13.12. statt.


2002

Februar

Lena Fassnacht tritt am 1. Februar diesen Jahres ihre Stelle als hauptamtliche Geschäftsführerin der Bürgerinitiative an.

März

Im März 2002 wird ein Anschlag auf den offenen Jüdischen Friedhof verübt. Das solch ein Übergriff auf das Andenken verstorbener jüdischer Menschen und Opfer des Nationalsozialismus verübt wird, ist nicht hinnehmbar.
Bunt statt braun startet einen sofortigen Unterzeichneraufruf, den Rostocker Vereine, Organisationen und Institutionen unterschreiben, und unterstützt den Aufruf der Jüdischen Gemeinde zur Kundgebung am Neuen Markt, um Flagge zu bekennen gegen Rassismus und Gewalt, für ein friedliches Miteinander.


Juli

Die (Brand-)Anschläge auf zwei Asia-Bistros, einen Asia-Markt und die im Sonnenblumenhaus ansässige Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am 20. Juli 2002 in Lichtenhagen verurteilt Bunt statt braun auf das Schärfste.
Die Bürgerinitiative drückt ihre ausdrückliche Solidarität mit den Opfern aus, leistet diesen eine symbolische finanzielle Soforthilfe und kümmert sich um Klärung der Versicherungsfragen.

August

Zehn Jahre nach den pogromartigen Anschlägen von Rostock-Lichtenhagen wird das Friedensfest 2002 am 24. August vor dem Sonnenblumenhaus zu einem deutlichen Bekenntnis der RostockerInnen für eine friedliche und tolerante Gesellschaft.
Zu dem gemeinsam mit dem Ausländerbeirat, Gewerkschaften, Unternehmen, Institutionen und Vereinen der Stadt organisierten Friedensfest, das einerseits an die damaligen Ausschreitungen erinnern, andererseits aber auch das zehnjährige Engagement für Toleranz und gegen Ausgrenzung in Rostock würdigen und befördern soll, kommen eine Vielzahl von Besuchern. Insgesamt nehmen an diesem Tag etwa 10.000 Menschen an den tagesfüllenden Kultur- und Bildungsangeboten teil.

Das Friedensfest bildete gleichzeitig den Auftakt für die alljährlich in Rostock stattfindenden Interkulturellen Wochen.
Auch die Ausstellung „Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen - 10 Jahre danach.“ der Bürgerinitiative Bunt statt braun  wurde hier erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert.
Ebenso auch das „Buntbuch No.1“, ein Ausmalbuch für Kinder.
Mit ihrer Unterschrift bekundete eine Vielzahl an Vereinen, Institutionen, Unternehmen und Organisationen ihre Unterstützung für das Friedensfest 2002 in Lichtenhagen unter dem Motto „Rostock gegen Rassismus und Gewalt“.

Am 31.08. ruft die Bürgerinitiative Bunt statt braun zu der Aktion „Rostocker Innenstadt – bunte Einkaufsmeile. Bummeln in einem bunten Rostock“ auf.
Für diesen Tag hat das Bündnis RECHTS eine Demonstration rund um die Rostocker Innenstadt angemeldet. Die Rechtsextremen wollten damit Altnazi Manfred Roeder beipflichten, der als Auschwitzleugner mehrfach rechtskräftig verurteilt wurde.
Zahlreiche Rostocker Bürger bekannten an diesem Tag Farbe gegen jegliche Art von Rechtsextremismus, für ein friedliches, weltoffenes und demokratisches Rostock.

Dezember

Die 3. ordentliche Mitgliederversammlung findet am 12.12. statt.


2003

April

Ab April 2003 ist die Internetdokumentation der Ausstellung „Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen - 10 Jahre danach.“ im Rahmen des EU-Programms „Living with conflict“ auch über zwei Internet-Portale abrufbar:
www.ausstellung-rostock-lichtenhagen.de
www.living-with-conflict.org/lichtenhagen

Die 4. ordentliche Mitgliederversammlung findet am 03.04. statt.


Mai   

     Am 10.05.03, in der Woche des 70. Gedenktages der Bücherverbrennung durch das nationalsozialistische Terrorregime, ruft Bunt statt braun anlässlich eines neuerlichen rechtsradikalen Demonstrationszuges an ebendiesem Tage zur Kundgebung für ein friedliches, demokratisches und weltoffenes Rostock auf.
Zu den Rednern zählten u.a. Fr. Monika Käning, Vorstandsmitglied des Vereins „Interessengemeinschaft Bücherverbrennung 1933“, Hr. Prof. Dr. Hartmut Möller, Rektor der Hochschule für Musik und Theater, Hr. Arvid Schnauer, Pastor a.d. und Kulturpreisträger der Hansestadt Rostock, Hr. Prof. Dr. Hans-Jürgen Wendel, Rektor der Universität Rostock u.v.m.

Erstmalig lädt die Bürgerinitiative zusammen mit dem Ausländerbeirat der Hansestadt Rostock (ABRO) nicht zu einem Friedensfest, sondern zu einer „Nacht der Kulturen“, die am 17. Mai 2003 von 18:00 bis 4:00 Uhr morgens in der Hochschule für Musik und Theater (HMT) stattfindet.
Unter dem Motto „Dialog der Kulturen“ wird dem Publikum eine Fülle von Darbietungen der unterschiedlichsten in Rostock vertretenen Nationen geboten.
Mit ca. 3.000 Besuchern setzt die „Nacht der Kulturen“ ein deutliches Signal für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Miteinander der Menschen dieser Welt und wird somit zu einem vollen Erfolg für die ganze Stadt.
Wir hoffen, dass sie als alljährliche Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Rostocker Kultur-Kalenders wird.

Am 31.Mai 03 lädt die Bürgerinitiative zum symbolischen bunten Kehraus vom braunen Gedankengut an der Marienkirche ein.
Gemeinsam ziehen Rostockerinnen und Rostocker durch die City, um mit viel Musik und Spaß an der Sache unter einem strahlend blauen Himmel die Besen zu schwingen und die Straßen für diese Saison endgültig vom braunen Dreck zu reinigen.

Juni

Beteiligung am Stadtteilfest der WIRO im Stadtzentrum Rostock am 28.06. mit Infotisch, Buntbuch-Malen und Button-Basteln für die Kleinen.

Oktober

Im Rahmen der bundesweiten Woche der ausländischen Mitbürger gestaltet Bunt statt braun in Zusammenarbeit mit der Kirche einen gemeinsamen Tag auf der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) am 04.10.03.
Besucher von nah und fern können hier Besonderheiten des multikulturellen Rostock erleben und an den verschiedenen Kulturpunkten teilhaben.
Ein besonderer Anziehungspunkt waren z.B. die wunderschönen Obst- und Gemüseschnitzereien, die von Mitgliedern des vietnamesisch-deutschen Vereins Dien Hong – Gemeinsam unter einem Dach e.V. erstellt wurden.

Dezember

Ende 2003 wurde die umfangreiche didaktische Handreichung „Mitten unter uns“, in der neue Bildungsangebote zu Integration und dem Abbau von Konfliktpotenzialen erstmals vorgestellt werden, fertiggestellt.
Die didaktische Handreichung teilt sich auf in Teilabschnitt A, der eine 160-seitige Handreichung mit kopierfertigen Informations- und Arbeitsblättern und dem nötigen Hintergrundwissen, einer Datenbank auf CD-Rom u.ä. umfasst; sowie Teilabschnitt B, der eine CD-Rom mit einem Kurztrickfilm, sowie mehrere Videocollagen zur Sichtweise in Rostock lebender ausländischer Bürgerinnen und Bürger und zum Thema Toleranz und Akzeptanz umfasst. Diesem Teilabschnitt liegen ebenfalls Schablonenvorlagen für kreative Pflastersteingestaltung bei. Jede Schule kann kostenlos ein Exemplar beziehen und sich bei Bedarf in die Handhabung einführen lassen.

2004

März

Die 5. ordentliche, offene Mitgliederversammlung zum Thema „Agieren statt Reagieren – Neue Wege im Umgang mit rechter Gewalt“ findet am 31.03.statt. Hierzu nehmen neben den Mitgliedern, Vereine, Initiativen, staatliche Organisationen u.v.m. teil.


Mai

Am 01.05. startet Bunt statt braun die Plakataktion „Wir zeigen den Rechtsradikalen die kalte Schulter“.
Dem Aufruf, sich auf kreative und kräfteschonende Weise mit eindeutigen Gegenpositionen für einen politischen Meinungsaustausch auf demokratischem Wege und für eine multikulturelle Gesellschaft, aufbauend auf Toleranz und dem gegenseitigen Respekt einzusetzen, folgen  zahlreiche Rostocker Gruppierungen.

Am 8.Mai, dem Gedenktag zur Befreiung vom Hitler-Faschismus und zum Ende des zweiten Weltkrieges, kleidet Bunt statt braun die Kunsthalle Rostock mit großen Bannern ein und veranstaltet eine Pflastermalaktion, um einer sich am Abend dort versammelnden braunen Gruppe eine klare Absage an jede Form von Faschismus zu erteilen.
Auch hier bekannte sich „Rostock gegen Rassismus und Gewalt“.

Bunt statt braun ruft zu Aktionstagen zur Vorstellung ihrer interkulturellen Bildungsprojekte auf. Es finden Vorstellungen der neuen Unterrichtsmaterialien „Mitten unter uns“ statt. Die kunstschule rostock e.V. stellt neue, gemeinsam entwickelte Schulprojekte zum Abbau von Konfliktpotenzialen unter dem Motto „Mit Essen spielt man“ und „Der Andere ist anders“, vor.
Hierbei kann mit allen Sinnen künstlerisch mit Lebensmitteln und Worten gestaltet werden. 

Juni

Am 12. Juni werden die Plakate der Aktion "Wir zeigen den Rechtsradikalen die kalte Schulter" entlang der Demonstrationsstrecke einiger Rechtsradikaler aufgehängt und eine Pflastermalaktion durchgeführt.
Ein Beispiel, rechts zu sehen: Das Plakat der Rostocker Band "Die Timskis" unter dem Titel "Den Braunen den Marsch blasen!". Gut, nicht wahr?


September

Am 04.09. beteiligt sich Bunt statt braun mit Infotisch und Aktionen wie Buntbuch-Malen, Kinderschminken und Button-Basteln am Stadtteilfest Fischerdorf.

Ebenfalls am 04.09. beteiligt sich Bsb an der Eröffnung der multikulturellen Wochen (auf dem Hof der Philosophischen Fakultät der Uni Rostock) mit einer großen Pflasterstein- und Ganzkörpermalaktion.

Die 6. ordentliche Mitgliederversammlung findet am 30.09. statt.



Für unsere diesjährige „Nacht der Kulturen“ am 27.11. unter dem Motto „Kultur(an)Blick“ im Rathaus, die mit einer Fülle an kulturellen Darbietungen zum Mitmachen, -tanzen, -singen und einfach nur genießen aufwarten wird, laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren.

November

Am 27. November 2004 veranstaltete die Bürgerinitiative Bunt statt braun e.V.  die zweite große „Nacht der Kulturen“. Diesmal im Rathaus der Hansestadt Rostock samt Ratskeller. Von 18 Uhr abends bis 3 Uhr nachts.
Das Programm spiegelte die kulturelle Vielfalt der Einwohner unserer Stadt wider. In einem Zeitraum von neun Stunden wurde den Besuchern ein üppiges Kultur- und Bildungsprogramm geboten, das zum Mittanzen, -singen und –feiern einlud und offenbarte, wie viel Spaß es machen kann, einander besser kennenzulernen.

Wir danken für die freundliche Unterstützung vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, der Hansestadt Rostock, der Heinrich-Böll-Stiftung, dem AStA und StuRa der Universität Rostock, dem Volkstheater Rostock, dem Olymp-Club Rostock sowie der WIRO (Wohnen in Rostock).


2005

Mai

Die Gedenkwoche "60 Jahre Kriegsende - 60 Jahre Frieden" fand vom 7.-11. Mai 2005 statt.

Veranstaltungsplan zur Rostocker Gedenkwoche:
„60 Jahre Kriegsende – 60 Jahre Frieden“

A. AUSSTELLUNGEN
02. – 16. Mai 2005
Hauptgebäude der Universität – Foyer
„Der Zweite Weltkrieg in deutschen Schulbüchern seit den 50er Jahren. Der Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion.“
Eine Ausstellung des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung.
Eröffnung am 02. Mai, 15 Uhr
mit Prorektor Prof. Dr. Karl Hantzschmann der Universität Rostock
Begleitveranstaltung am 09. Mai, s.u.
04. Mai – 03. Juni 2005
Gewerkschaftshaus, August-Bebel-Str. 89
„Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen – 10 Jahre danach“
Eine Ausstellung von Bunt statt braun e.V.
Eröffnung und Diskussionsveranstaltung am 11. Mai, 17 Uhr, s.u.

B. OPEN-AIR
07. Mai 2005, 11 – 13 Uhr
Gedenkveranstaltung Neuer Markt
„60 Jahre Kriegsende - 60 Jahre Frieden“
mit dem Percussion Project, Schüler-Lesungen zum Kempowski-Projekt, Berichten zur lokalgeschichtlichen Entwicklung der Hansestadt Rostock, Klezmer-Musik der Jüdischen Gemeinde Rostock sowie verschiedenen Ansprachen und Darstellungen zum Kriegsende in Rostock und Perspektiven heutiger Völkerverständigung.
Im Anschluss lädt die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. zu einer thematischen Stadtführung mit Dr. Ingo Koch ein.

08. Mai 2005, 12 – 20 Uhr
Kunsthalle und Schwanenteich
„Farbe bekennen – Bürgerfest am Schwanenteich“
mit dem Kulturamt der Hansestadt Rostock und zahlreichen Vereinen, u.a. mit Kunstaktionen, der Bolschewikischen Kurkapelle, dem Jugendmusikcorps, den Crazy Boys, Skater-Fahrten für den Frieden, Phototermin für die Plakataktion „Wir zeigen den Rechtsradikalen die kalte Schulter“ u.a.


C. PODIUMSDISKUSSIONEN
09. Mai 2005, 18 – 20 Uhr
im Hauptgebäude der Universität Raum 230
Diskussionsveranstaltung zur Ausstellung „Der Zweite Weltkrieg in deutschen Schulbüchern. Der Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion“
mit Ulrich Bongertmann (L.I.S.A. – Landesinstitut für Schule und Ausbildung M-V), PD Dr. Axel Gehrmann (Institut für Schulpädagogik der Universität Rostock), Herrn Dr. Ingo Koch (Ingo Koch Verlag, Rostock).
10. Mai 2005, 15 – 18 Uhr
Europäisches Integrationszentrum Rostock e.V., Neuer Markt 17
„Kirchen und das ‚Dritte Reich’“
Eine Podiumsdiskussion
mit Prof. Dr. Udo Kern (Theologische Fakultät der Universität Rostock), Prof. Dr. Werner Müller (Historisches Institut der Universität Rostock), Dr. Georg M. Diederich (Heinrich-Theissing-Institut Schwerin), Prof. Dr. Martin Onnasch (Theologische Fakultät der Universität Greifswald); Eintritt: 2 €.
11. Mai 2005, 17 Uhr
Gewerkschaftshaus, August-Bebel-Str. 89
Eröffnung der Ausstellung „Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen - 10 Jahre danach“ und Diskussionsveranstaltung „Bürgerliches Engagement gegen Rechtsextremismus in M-V“
u.a. mit Jutta Reinders (DGB), Kerstin Grundmann (L.I.S.A.), Dr. Gudrun Heinrich (Xenos-Projektkoordinatorin).
Der von 46 Organisationen resp. Einzelpersonen unterstützte
Aufruf zum 7. Mai 2005


„60 Jahre Kriegsende – 60 Jahre Frieden“

Am 7. und 8. Mai 1945 wurde die Kapitulation Deutschlands unterzeichnet. Rostock war bereits sechs Tage zuvor von der Roten Armee befreit worden. Für die Rostocker Juden, für viele Zwangsarbeiter und andere Verfolgte kam die Hilfe jedoch zu spät. Große Teile der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt lagen in Schutt und Asche. Auch in der traditionsreichen Hansestadt war das Leben erstarrt.

Genau 60 Jahre später wollen wir der Opfer von Naziterror und Krieg in unserer Stadt gedenken. Wir wollen an die Menschen denken, die mit Flugzeugen auch aus den Rostocker Heinkel-Werken bombardiert wurden. Wir wollen gemeinsam ein Zeichen der Völkerverständigung setzen. Und wir wollen allen Beteiligten für den Wiederaufbau danken.
In Erinnerung an das Ausmaß der Vernichtung von Leben und der Zerstörung von Lebensgrundlagen wollen wir zu Toleranz und zu Eigenverantwortung aufrufen – auf dem weiteren Weg in Frieden.

Auch heute sind in Mecklenburg-Vorpommern Andersdenkende und Migranten nicht ihres Lebens sicher, erfahren offene Drohungen von rechtsextrem orientierten Bürgern. Eindeutig muss die Botschaft aus Rostock sein: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Keine Chance für Rassisten. Wir Rostocker treten ein für eine Demokratie ohne Nationalismus!

Bekunden Sie mit Ihrer Beteiligung am 07. Mai, dem 60. Jahrestag des Kriegsendes, Ihre Solidarität und Unterstützung für Opfer totalitärer Gewalt.

Rostock miteinander. Für eine friedliche, weltoffene und demokratische Gesellschaft.

 

August

Das große Fest zum 5-jährigen Bestehen von Bunt statt braun e.V. mit der anschließenden Kulturnacht im Stadthafen am 24. August 2005 fand großen Anklang. In der Compagnie de Comédie und unter strahlend blauem Himmel versammelten sich schätzungsweise 1.500 Menschen - Freunde, Unterstützer, Partner und Interessierte -, um die vergangenen fünf Jahre seit Bestehen der Bürgerinitiative zu reflektieren und ihren Willen zur Stärkung der interkulturellen Akzeptanz in unserer Gesellschaft auszudrücken.
Die unmittelbar anschließende Kulturnacht Bunt statt braun war eine wunderbare Mischung verschiedenster Darbietungen -Inspiration und Genuss zugleich. Die 19 Gruppen, die zum Teil ohne Gage auftraten, haben mit Konzerten und Vorführungen an diesem eindrucksvollen Abend ihr Können unter Beweis gestellt und damit den Gedanken einer Welt in kultureller Vielfalt zum Anfassen nah gebracht. Erwachsene wie auch Kinder ließen sich an der Freilichtbühne, in der Bühne 602 und im Foyer von den vorgeführten Tänzen, Aufführungen und pointierten Songs mitreißen.
Hoffentlich werden viele von ihnen auch zukünftige Veranstaltungen mit ihrem Können bereichern! 
Alle zusammen trugen zu diesem sehr heiteren und inspirierenden und von guter interkultureller Zusammenarbeit zeugenden Fest bei. Allen Mitgliedern und Unterstützern sei an dieser Stelle nochmals sehr herzlich gedankt.

2006

Mai

1. Mai – „Rostock bleibt bunt !“- den Aufruf von Bunt statt braun e.V., DGB und der Hansestadt Rostock zur Teilnahme an der großen, friedlichen Demonstration haben weit über 800 Personen und Institutionen unterzeichnet, woraufhin ihm über 5.000 Menschen aus ganz M-V gefolgt sind und damit ein öffentlich wahrgenommenes Zeichen gesetzt haben. Schätzungsweise haben sich insgesamt rund 10.000 Menschen an den verschiedenen Aktivitäten inkl. Kranzniederlegung, Mai-Demonstration und Demokratiemeile beteiligt. Es war eine überwiegend erfolgreiche Veranstaltung, mit der es auch wie erhofft gelungen ist, die Aktivitäten der NPD weit in den Schatten zu stellen.

» Aufruf zum 1.Mai 2006

September


Zum Weltkindertag am 16. September beteiligte sich die Bürgerinitiative mit einem Kreativstand zusammen mit dem Stadtjugendring und Sinn e.V. Besonders gut wurde die Schablonen-Pflastermalerei angenommen. Interessierte Jugendliche konnten sich am Stand von Bunt statt braun e.V. über die Argumentationshilfen zur „Schulhof-CD“ der NPD kundig machen und Bezugsmöglichkeiten von zwei im Rahmen von Umtauschaktionen produzierten Rock-CD’s erfahren. Die am Stand vorrätigen CD’s waren sehr schnell vergriffen.

Ein Wahlaufruf von Bunt statt braun e.V. zur Landtagswahl am 17. September, der verdeutlichte, dass Nicht-Wählen indirekt der NPD nutzt, wurde von der OZ und dem Blitz als Anzeige freigeschaltet.


Dezember 2006


Am 9. Dezember 2006 feierten über 2500 Teilnehmer die vierte Nacht der Kulturen der Hansestadt Rostock. Auf diesem großen bunten Fest konnten die Besucher aus 85 verschiedenen Programmpunkten auswählen, von denen etliche auch zum Mitmachen einluden. Neben Konzerten und Tanzauftritten begeisterten Theater- und Pantomimevorführungen ebenso wie Lesungen, Quize und Clownerie. Ein breites Spektrum der in Rostock gelebten Kulturen, von Menschen aus 117 Nationalitäten mitgeprägt, war erlebbar für Jung und Alt, auch in kulinarischer Form.
Diese schillernde Vielfalt der Kulturen spiegelt sich auch auf der Weltmusik-CD "Polyphonie der Kulturen", die an diesem Abend vorgestellt wurde, wider.

2007

Februar 2007

Am 17. Februar 2007 wurde die CD "Polyphonie der Kulturen" in einem Konzert gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater im fast ausverkauften Katharinensaal vorgestellt. Einige der auf der CD vertretenen Gruppen präsentierten ihre Beiträge.
Die Besucher erhielten einen interessanten Einblick in die Vielfalt der Kulturen, die in der Hansestadt Rostock zu erleben sind.
Dazu wurde auch die begleitende CD-ROM vorgestellt. Sie bietet den Lehrern die Möglichkeit, die Weltmusik in den Unterricht einzubinden und über Rechtsextremismus in der Musik aufzuklären.