9.11.13: Asylrechts-Demonstration und NPD-Aufmarsch in Friedland

VG weltoffen demokratisch buntNeben vielen bundes- und landesweit geplanten Veranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestages der "Reichspogromnacht" 1938 wird auch die NPD wieder einmal versuchen, die damaligen Ereignisse umzudeuten und mit eigenen und besonders perfiden Aktionen versuchen, die gesellschaftliche Spaltung der Bevölkerung durch Ausgrenzung einzelner Gruppen zu hintertreiben.

Immer öfter stehen dabei Asylbewerber im Fokus der NPD und anderer Rechtsextremisten, die sich gerne als empörte "Bürger" darstellen und unverhohlen die Abschaffung von Verfassungsrechte fordern. Hierzu zählt unter anderem Michael Andrejewski, Mitglied der Landtagsfraktion der NPD in Mecklenburg-Vorpommern, der ohne jeglichen Realitätsbezug behauptet, das die Mehrheit der Asylbewerber zu der "Elite" ihres Heimatlandes gehört und nur die Ausnutzung der bundesdeutschen Sozialsysteme im Sinn hat. Mit der selben Argumentation trat Andrejewski bereit vor mehr als 20 Jahre in Lichtenhagen auf und betätigte sich dort mit einem Flyer und weiteren teil verurteilten Gewalttätern als politischer Brandstifter.


Dem gegenüber stehen dieser Tage tausende Menschen, die in Städten wie Rostock, Hamburg und Berlin auf die Straße gehen, um gemeinsam mit ihnen auf die Lebensrealität von Flüchtlingen, sprich einen rassistischen Alltag und einem Leben im Verborgenen, aufmerksam zu machen. Abgelegene und überfüllte Flüchtlingslager, Gutscheine statt Bargeld, Arbeitsverbote, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und ständig drohende Abschiebungen sind die Grundpfeiler der deutschen Asylgesetzgebung. Vielerorts versuchen Flüchtlinge durch Protestcamps, Demonstrationen und Hungerstreiks gegen diese diskriminierende Gesetzgebung anzukämpfen.

Auch in Friedland erwartet die Geflüchteten ein Lager anstelle freier Wohnortwahl. Angesichts dieser Zustandsbeschreibung und mit dem Wissen um die Umstände, unter denen die   Schutzsuchenden in Deutschland leben müssen, dürfen wir nicht zulassen, dass anstelle einer solidarischen Willkommenskultur das regressive Weltbild der Rassist_innen tritt.

Für ein Leben in Freiheit und Würde für alle Menschen! Lasst uns deshalb am 09. November 2013 gemeinsam nach Friedland fahren!

Wir erklären uns solidarisch mit allen, die sich dem Aufmarsch der Nazis entgegenstellen und rufen gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Bündnissen, politischen Organisationen, demokratischen Parteien und Vereinen zur einer friedlichen und lautstarken Kundgebung in Friedland auf und solidarisieren uns mit Flüchtlingen und all denjenigen, die sich an den aktuellen Flüchtlingsprotesten beteiligen!