Hinweise zum Umgang mit direkter Gewalt

Wie verhalte ich mich in Bedrohungssituationen? Wie kann ich mir und anderen helfen? Wie kann ich Konflikte entschärfen oder vermeiden? 

1. Vorbereiten
Bereiten Sie sich auf mögliche Bedrohungssituationen innerlich vor. Spielen Sie Situationen für sich alleine und im Gespräch mit anderen durch. Im Fall der Fälle hilft es, auf Eingeübtes zurückzugreifen. Denn Sie müssen dann schnell reagieren. Sie lernen sich selbst einzuschätzen und Sie lernen Ihre Grenzen in Konfliktsituationen kennen. 

2. Ruhe bewahren
Vermeiden Sie Panik und Hektik. Nur wenn sie eine „innere Ruhe“ besitzen, sind Sie in der Lage, einen Konflikt zu entschärfen. Tragen Sie diese Ruhe nach außen, machen Sie keine hastigen Bewegungen, reden Sie ruhig. 

3. Aktiv werden
Wichtig - Lassen Sie sich nicht von der Angst lähmen. Eine Kleinigkeit ist oft besser als über große Heldentaten nachzudenken. Sollten Sie Zeuge von Gewalt sein, zeigen Sie, dass es Ihnen nicht gleichgültig ist, was passiert. Ein einziger kleiner Schritt, ein kurzes Ansprechen, jede Handlung verändert die Situation und kann andere dazu bewegen einzugreifen. 

4. Nicht in die Opferrolle gehen
Wenn Sie oder jemand anders angegriffen wird, flehen Sie nicht und verhalten Sie sich nicht unterwürfig. Der Täter fühlt sich sonst als Herr der Situation bestätigt. Handeln Sie offensiv, bevor Sie in die Defensive genötigt werden.
 

5. Kontakt zum Angreifenden halten
Sagen Sie etwas – sprechen Sie den Angreifenden an. Hören Sie zu was der Angreifende sagt. Sie können daraus ihre nächsten Schritte ableiten. Halten Sie Blickkontakt - das wirkt selbstsicher und Sie können Reaktionen erkennen.
 

6. Nicht drohen oder beleidigen
Machen Sie keine geringschätzige Äußerung über den Angreifer. Kritisieren Sie sein Verhalten, aber werten Sie ihn nicht persönlich ab. 

7. Hilfe holen
Sprechen sie nicht eine anonyme Masse an, sondern einzelne Personen. Und zwar laut und deutlich. Viele sind bereit zu helfen, wenn jemand anders den ersten Schritt tut und persönlich angesprochen wird.
 

8. Körperkontakt vermeiden
Fassen Sie den Angreifer nicht an, wenn Sie jemandem zu Hilfe kommen. Es sei denn, Sie sind in der Überzahl und können ihn ohne weiteres festhalten. Körperkontakt ist eine Grenzüberschreitung und führt zu neuen Aggressionen. Nehmen Sie besser Kontakt zum Opfer auf.
 

9. Risiken abwägen
Holen Sie schnell Hilfe herbei, wenn direktes Eingreifen nicht möglich ist oder Sie sich nicht in der Lage dazu sehen. Helfen können die Polizei, Nachbarn oder Passanten. So tragen Sie zur Aufklärung der Tat bei. 

Polizeinotruf 110
Hotline gegen Rechts der Polizeidirektion Rostock 0381 – 65 22 22