"Lichtenhagen bewegt sich" - Eine Initiativkampagne anlässlich des 20. Jahrestages der Pogrome in Rostock-Lichtenhagen

Im August 2012 jähren sich die ausländerfeindlichen Pogrome in Rostock-Lichtenhagen zum 20. Mal. Die Bilder von der brennenden Aufnahmestelle für Asylbewerber und dem Wohnhaus der damaligen vietnamesischen Vertragsarbeiter gingen um die ganze Welt. Die Ausschreitungen wurden durch Jugendliche aber auch Erwachsene aus Rostock angefacht, durch Rechtsextremisten aus ganz Deutschland unterstützt und von tausenden Anwohnern beklatscht.

Rostock ist sich der besonderen Verantwortung für das Zusammenwachsen der gesamten Stadtgesellschaft bewusst.
Seit den Ereignissen engagieren sich zahlreiche Initiativen kontinuierlich und intensiv für eine vielfältige und tolerante Stadt.


Dazu soll auch der 20. Jahrestag genutzt werden. Im August 2010 fanden sich verschiedene Organisationen und Vereine zusammen, die sich unter dem Motto: „Lichtenhagen bewegt sich" um die weitere Aufarbeitung, Aufklärung und ein gesamtgesellschaftliches Engagement für Vielfalt und Toleranz aller Rostockerinnen und Rostockern.
Initiatoren der Kampagne sind der Ortsbeirat, der Stadtteiltisch und das Stadtteilbegegnungszentrum Kolping Initiative in Lichtenhagen, die Hansestadt Rostock und die Bürgerinitiative Bunt statt braun e.V..
Im Rahmen diese Initiative haben wir eine Veranstaltungsreihe "Lichtenhagen bewegt sich" organisiert, die mit über 92 Veranstaltungen von Februar bis November in verschiedenen Stadtteilen Rostocks Angebote, Filmprojekte, Diskussionsrunden und vieles mehr zum 20. Jahrestag bereithält. Mehr Infos finden Sie unter Lichtenhagen-bewegt-sich.de.

Filmwoche "Migration"

Im Zeitraum vom 16. - 21. August 2012 werden im Rahmen der Filmwoche "Migration" im Li.Wu. vier, zum Teil prämierte Filme gezeigt, die das Thema Migration von verschiedenen Seiten beleuchten.
Der Beginn der Filme ist jeweils um 19.00 Uhr.
Im Zuge der Filmwoche gibt es zusätzlich nach den Filmen „Sin Nombre" am 16. August und „Das Rote Quadrat - Die Feuerfalle von Rostock" am 21. August jeweils eine themenaufgreifende Podiumsdiskussion, die die Hintergründe für Migration und die Entwicklung der Asylpolitik nach 1992 im lokalen und europäischen Kontext zu beleuchten sollen.
Nach der Preview des Films „Revision" am 20. August wird sich Regisseur Philip Scheffner den Fragen des Publikums stellen.
Der Film befasst sich mit einem Jagdunfall in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem 1992 versehentlich zwei Flüchtlinge erschossen wurden.
Das Familiendrama „Esmas Geheimnis", das am 17. August gezeigt wird, wirbt dagegen allein mit seiner ergreifenden Geschichte der alleinerziehenden Esma und ihrer Tochter, die im Nachkriegssarajewo leben. Auf der Berlinale 2006 gewann er den „Goldenen Bären" als bester Film.
Wir hoffen,, dass es uns gelungen ist, eine vielfältige Auswahl an Filmen und zwei auch für die Besucher_innen interessante Podien zusammenzustellen.
www.liwu.de

Gedenkwochenende 24. - 26. August

Das Wochenende zwischen dem 24.8. und 26.8.2012 stellt in der Veranstaltungsreihe das Gedenkwochenende dar, mit dem wir an die gewalttätigen Ausschreitungen gedenken wollen.

Dazu finden an allen drei Tagen verschiedene Aktivitäten statt.

Am Freitag, den 24.8.12 findet ab 18.00 Uhr ein Gedenkkonzert im Rostocker Stadthafen statt, das die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit Bunt statt braun e.V. veranstaltet. 
Neben den Rostockern Gruppen "Movimento" und "Die Reise" treten "17 Hippies" und "Antispielismus" auf. Zwischen den einzelnen Gruppen werden verschiedene Videocollagen zu Lichtenhagen eingespielt und durch Interviewbeiträgen ergänzt. Mehr dazu unter "Lichtenhagen-Konzert 24.8.12".

Am Samstag findet im Rahmen der Gedenkveranstaltungen ein Empfang in der Hochschule für Musik und Theater (HMT) statt, zu dem neben den Rektoren der HMT und der Universität Rostock auch die Bürgerschaftspräsidentin der Rostocker Bürgerschaft zu der Bedeutung der Pogrome 1992 für Rostock und alle Rostocker_Innen einige Worte an die geladenen Gäste richten wird. 
Dazu werden Menschen aus Rostock mit einigen musikalischen Beiträgen die Interkulturalität Rostocks verdeutlichen und ehemalige Betroffene der damaligen Ausschreitungen in einem Zeitzeugengespräch ihre Eindrücke erlebbar machen. 
Anschließend werden ab 17.30 Uhr für die breite Öffentlichkeit die Beiträgen des Fotowettbewerbs "Rostock sehen" im Kreuzgang der Hochschule für Musik und Theater ausgezeichnet, die Ausstellung eröffnet und durch ein Buffet und Auftritte verschiedener interkultureller Bands begleitet. "Ausstellungsinfos 25.8.12".

Mit dem Sonntag, dem 26.8.12 wollen wir die Gedenkveranstaltungen durch eine Fahrradsternfahrt, eine Baumplanzung und ein Programm mit Kinderchor, interreliösen Dialog und Redebeiträgen des Bundespräsidenten Joachim Gauck und Ministerpräsident Erwin Sellering auch bundespolitisch den Stellenwert geben, den es bedarf: Erinnern und zeigen, das es einer breiten Unterstützung vieler bedarf, um Zustände zu ändern und das Jede_r dazu etwas beitragen kann.