>"Refugees welcome!" – Flüchtlingsproteste in Deutschland und Perspektiven einer praktischen Solidarität< - Podiumsdiskussion beim Politischen Donnerstag im 17.10. um 20 Uhr im Peter-Weiss-Haus

PWH kleinFlüchtlinge sind in Deutschland zahlreichen Repressionen und Diskriminierungen ausgesetzt, dies ist sowohl institutionell als auch gesellschaftlich zu begründen. Die Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften, Residenzpflicht, Arbeitsverbote, Versorgung mit Gutscheinen, fehlende Aus- und Weiterbildungsangebote sowie mangelnde Beratungsmöglichkeiten führen zu einem Leben in Isolation und Perspektivlosigkeit. Parallel zu diesen rassistischen Sondergesetzen wird überall in Deutschland, ähnlich wie vor 20 Jahren, vermehrt rassistische Hetze gegen Asylsuchende betrieben. Neben der NPD wettern Anwohner_innen und selbsternannte Bürgerinitiativen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in ihrer Umgebung und versuchen dies unter anderem mit Unterschriften, Flyern und Petitionen energisch zu verhindern.

In der Veranstaltung wird auf die Lebenssituationen von Geflüchteten eingegangen und somit versucht, Vorurteile abzubauen. Des weiteren berichten die Referent_innen über ihre politischen Kämpfe, ihre Forderungen und bisherigen Erfolge. Dabei werden auch konkrete Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort, wie beispielsweise Hausaufgabenbetreung oder Deutschkurse vorgestellt und diskutiert. Somit werden Berührungsängste abgebaut und Möglichkeiten praktischer Solidarität aufgezeigt.

Patras Bwansi, 34 Jahre, Refugee-Protest Berlin

Patras Bwansi ist studierter Textildesigner aus Uganda, wo er aktiv für die Rechte von Homosexuellen war. Er ist einer der Refugee-Aktivisten, die sich seit Januar 2012 gemeinsam organisiert haben, um mit vielen verschiedenen Aktionen, wie dem Refugee-Protest-Marsch nach München, verschiedenen Bustouren durch Lager in Deutschland, gegen rassistische Gesetze und eine menschenunwürdige Flüchtlingspolitik zu kämpfen. Seit Oktober 2012 lebt er am Oranienplatz in Berlin.

Kokurodu Badassawane, 53 Jahre, Refugee-Aktivistin aus Parchim

Kokurodu Badassawane lebt seit vielen Jahren im Lager in Parchim. Bereits 2004 war sie aktiv in der No-Lager-Tour. Seit geraumer Zeit beginnen sich die Flüchtlinge in Parchim erneut gegen ihre schlechten Lebensumstände zu organisieren und aktiv zu werden. Der Auslöser war der Tod eines Bewohners im März diesen Jahres. Kokurodu sagt, sie will keinen weiteren Menschen im Lager sterben sehen. (ts)

Ab 19 Uhr gibt es eine VoKü, ab 20 Uhr die Podiumsdiskussion. Die Moderation übernimmt die Antirassistische Initiative Rostock.

Die Gespräche sind auf Englisch und Französisch und werden am Abend direkt ins Deutsche übersetzt.

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Text und Bildquellen: Peter-Weiss-Haus.de