Symbole kann man stehlen, Gedanken nicht!

Während in Warnemünde die Innenminister der Länder zusammen mit ihrem Bundesministerkollegen Friedrich zur Innenministerkonferenz zusammentrafen wurde bekannt, das in den Nachtstunden Unbekannte eine Gedenktafel an die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen ´92 vom Rostocker Rathaus entfernt haben.

Auch auf Rügen hinterließen mutmaßliche rechtsextreme Täter ihre Spuren, in dem sie, wie wenigen Wochen zuvor in Greifswald, Stolpersteine in Erinnerung an ermordete meist jüdische Mitmenschen entfernten und beschädigten. Wir verurteilen solche zerstörerischen Taten, die gewalttätige, menschenverachtende Taten versuchen, auszulöschen.

Aber solche Taten fordern von uns auch immer wieder eine Erneuerung ein. 
Wir werden wieder eine neue Gedenktafel an das Rostocker Rathaus anbringen. 
Es werden auch wieder die Rüganer Stolpersteine erneuert. 
Und viele Menschen werden auch gerade durch diese Taten ihr Engagement für eine engagierte Stadtgesellschaft, ihre Solidarität für Menschen am vermeintlichen Rand der Gesellschaft erneuern.

Es waren Symbole, die beschädigt und gestohlen wurden.

Nicht aber die Motivation, das Engagement und die Ideen, mit denen sich viele Vereine, Organisationen, Bündnisse und Initiativen für eine tolerante Gesellschaft für alle Menschen einsetzen.
So wie am heutigen Mittwoch in Warnemünde, wo am Neptun-Hotel insgesamt mehr als 90 Menschen bei Kundgebungen für ein NPD-Verbot demonstrierten. Neben Jugendlichen alternativer Bündnisse, Jugendorganisationen politischer Parteien beteiligten sich Bürgerinitiativen und Vereine über den gesamten Tag an den friedlichen Aktionen "NPD-Verbot jetzt!", während die Innenminister am frühen Abend Einstimmung für ein Verbotsantrag stimmten.

Zm Abschluss des heuten Tages organisierte die Initiative "Jugend ohne Grenzen" eine Kundgebung für ein Bleiberecht aller Flüchtlinge getreu dem Goethe´schen Gedanken "Dulden heißt beleidigen", an der mehr als 150 Menschen teilnahmen.

Mit dem heutigen einstimmigen Eintreten aller Innenminister für ein NPD-Verbotsverfahren haben diese ein richtiges Signal an Bundesrat, Bundestag und alle Ministerpräsidenten gesendet. Verbunden mit diesem Signal fordern wir aber auch eine Verantwortung gegenüber allen Menschen, gerade den von Flucht und Verfolgung Betroffenen. 
Und das gerade mit Blick auf die Sinti und Roma, für die zwar Gedenksteine gesetzt werden, für die aber kein Platz in unserer Gesellschaft zu sein scheint.

 

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